Netzwerk26. November 20256 Min

WLAN, das überall funktioniert

Warum Repeater selten die Lösung sind, was Mesh wirklich bringt und wann ein Kabel die bessere Antwort ist.

Schlechtes WLAN wird fast immer mit einem zusätzlichen Gerät beantwortet. Das ist nachvollziehbar und macht es oft schlechter.

Warum Repeater enttäuschen

Ein klassischer Repeater empfängt das Signal und sendet es erneut, über dieselbe Funkstrecke. Er teilt sich die verfügbare Sendezeit mit dem Gerät, das er verstärkt: Jedes Paket geht zweimal über die Luft. In der Praxis bleibt spürbar weniger Durchsatz übrig.

Dazu kommt: Ein Repeater verstärkt, was er empfängt. Steht er dort, wo der Empfang schon schlecht ist, verteilt er ein schlechtes Signal auf eine größere Fläche.

Was Mesh tatsächlich löst

Mesh-Systeme lösen vor allem zwei Dinge: Die Knoten sprechen sich untereinander ab, und der Wechsel zwischen ihnen ist für Endgeräte gedacht statt zufällig. Bessere Systeme nutzen ein eigenes Funkband für die Verbindung der Knoten untereinander, wodurch das Halbierungsproblem entfällt.

Was Mesh nicht löst: zu wenig Bandbreite am Anschluss, Störungen durch Nachbarnetze, dicke Wände. Es macht die Abdeckung gleichmäßiger, nicht die Physik freundlicher.

Die häufigsten Ursachen, in dieser Reihenfolge

  1. Standort des Routers. Im Schrank, im Keller, hinter dem Fernseher: jede dieser Positionen kostet mehr als jedes Zusatzgerät einbringt.
  2. Kanalwahl. Im 2,4-GHz-Band gibt es praktisch drei überschneidungsfreie Kanäle. Alles andere stört sich gegenseitig.
  3. Zu viele Geräte am selben Zugangspunkt. Sendezeit wird geteilt; ein einzelnes langsames Gerät bremst alle.
  4. Alte Endgeräte. Ein Gerät, das nur den alten Standard beherrscht, belegt die Luft überproportional lang.
  5. Erwartung an die Reichweite. Zwei Stockwerke und drei Wände sind für einen einzelnen Zugangspunkt viel verlangt.

Wann ein Kabel die richtige Antwort ist

Immer dann, wenn ein Gerät fest steht und Last erzeugt: Arbeitsplatzrechner, Drucker, Netzwerkspeicher, Fernseher. Jedes Gerät am Kabel ist eines, das keine Sendezeit verbraucht. Das WLAN wird für alle anderen besser, ohne dass ein weiteres Funkgerät dazukommt.

Das gilt besonders für die Anbindung zusätzlicher Zugangspunkte. Ein zweiter Zugangspunkt am Kabel ist fast immer besser als jedes Funk-Mesh. Wo kein Kabel liegt, ist eine Verbindung über die Stromleitung oft der bessere Zwischenweg als ein Repeater.

Ein pragmatisches Vorgehen

  1. Router frei stellen, mittig, nicht im Schrank, nicht direkt am Boden.
  2. Mit einer Messung auf dem Handy prüfen, wo es tatsächlich schlecht ist, der Eindruck täuscht oft.
  3. Alles verkabeln, was sich verkabeln lässt.
  4. Erst danach über zusätzliche Zugangspunkte nachdenken, und diese nach Möglichkeit ans Kabel hängen.
  5. Getrennte Netze für Gäste und für Geräte, die nur ins Internet müssen.

Die ersten drei Schritte kosten nichts außer einer Stunde Zeit und lösen die Mehrzahl der Fälle, die uns erreichen.

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