Sicherheit18. Februar 20266 Min

Backups, die im Ernstfall wirklich funktionieren

Warum eine Kopie kein Backup ist, wie die 3-2-1-Regel funktioniert und woran man merkt, dass die Sicherung nur so tut als ob.

Fast jeder Betrieb, der uns nach einem Datenverlust anruft, hatte ein Backup. Das Problem war nie, dass niemand daran gedacht hatte. Es war, dass die Sicherung etwas anderes gesichert hat als angenommen, oder dass sie sich nicht zurückspielen ließ.

Eine Kopie ist kein Backup

Eine Datei zweimal auf derselben Festplatte hilft gegen einen versehentlich gelöschten Ordner. Gegen alles andere hilft sie nicht: nicht gegen einen Defekt der Platte, nicht gegen Verschlüsselungstrojaner, die sich durch alle erreichbaren Laufwerke fressen, nicht gegen ein abgebranntes Serverzimmer.

Ein Backup ist eine Kopie, die anderswo liegt, unabhängig vom Original ist und deren Rückspielweg getestet wurde. Fehlt eine der drei Eigenschaften, ist es eine Kopie.

Die 3-2-1-Regel

Die Faustregel ist alt und immer noch richtig:

  • 3 Kopien der Daten insgesamt (das Original plus zwei Sicherungen)
  • auf 2 verschiedenen Medien oder Systemen
  • davon 1 an einem anderen Ort

Der dritte Punkt ist der, an dem es in der Praxis scheitert. Eine externe Platte, die dauerhaft am selben Server hängt, steht im selben Raum und ist im selben Netz erreichbar, sie erfüllt also weder "anderer Ort" noch "unabhängig".

Viele ergänzen die Regel heute um eine 0: null Fehler beim letzten Rückspieltest.

Woran man merkt, dass eine Sicherung nur so tut als ob

Ein paar Warnzeichen, die wir regelmäßig sehen:

  • Der Job meldet Erfolg, sichert aber weniger. Ein Datenbank-Verzeichnis wird kopiert, während die Datenbank läuft. Die Dateien sind da, konsistent sind sie nicht.
  • Die Sicherung läuft, aber niemand liest die Meldungen. Ein Job, der seit acht Monaten fehlschlägt und dessen Mail im Spam-Ordner landet, ist kein Backup.
  • Die Aufbewahrung ist zu kurz. Wenn eine Beschädigung erst nach drei Wochen auffällt, die Sicherung aber nur sieben Tage zurückreicht, sind alle Stände bereits überschrieben.
  • Das Backup hängt am selben Konto. Wer sich einmal Zugang zum Administrator-Konto verschafft, erreicht auch die Sicherung. Getrennte Zugangsdaten sind Pflicht.

Der Test ist der eigentliche Job

Ein Backup ist erst dann eines, wenn jemand es zurückgespielt hat. Nicht theoretisch, sondern tatsächlich, auf ein Testsystem, mit gestoppter Uhr.

Zwei Zahlen sollte jeder Betrieb für seine wichtigen Systeme kennen:

  • Wie viel Zeit darf die Wiederherstellung kosten? Das bestimmt, ob eine Sicherung auf Band reicht oder ob ein zweites System bereitstehen muss.
  • Wie viel Datenverlust ist verkraftbar? Das bestimmt, wie oft gesichert wird. Wer nachts sichert, verliert im schlimmsten Fall einen Arbeitstag.

Beide Zahlen sind Geschäftsentscheidungen, keine technischen. Sie gehören besprochen, bevor die Technik ausgewählt wird.

Ein realistischer Einstieg

Wer bei null anfängt, kommt mit vier Schritten weit:

  1. Aufschreiben, welche Systeme es gibt und welche davon den Betrieb aufhalten, wenn sie fehlen.
  2. Für jedes dieser Systeme die beiden Zahlen oben festlegen.
  3. Sicherung einrichten, mit getrennten Zugangsdaten und einer Kopie außer Haus.
  4. Einen Termin im Kalender: einmal im Quartal eine Wiederherstellung testen und das Ergebnis notieren.

Der vierte Schritt ist der, der am häufigsten wegfällt, und der einzige, der beweist, dass die ersten drei etwas gebracht haben.

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